Der Kirschlorbeer
Der von der Süd- und Ostküste des Schwarzen Meeres stammende
Kirschlorbeer, auch Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) genannt, gehört
zur Familie der Rosengewächse. Seinen Namen erhielt er wegen der dem
echten Lorbeer ähnlichen Blätter und den steinartigen Früchten, die an
Kirschen erinnern. Diese werden gerne zur Konfitüren verarbeitet, auf
den Verzehr der Kerne sollte allerdings verzichtet werden, da sie ein
giftiges Glykosid enthalten.
Angepflanzt wird der Kirschlorbeer mit etwa 20 Sorten in unseren Gärten
in erster Linie wegen der dekorativen Wirkung dieses immergrünen
Strauches. Er erreicht eine Höhe von bis zu 10 m und ist wegen seiner
hohen Wuchsfreudigkeit und der Tendenz, sich durch Selbstaussaat
auszubreiten, für kleine Gärten eher ungeeignet. Wegen dieser
Eigenschaft kann er in Wäldern den natürlichen Bewuchs verdrängen und
wird von den Forstämter beobachtet, die gegebenenfalls
Bekämpfungsmaßnahmen einleiten müssen.
Der Kirschlorbeer verfügt über bis zu 15 cm lange Blätter mit ledriger
Oberfläche und zeigt im Frühling angenehm duftende Blüten, aus welchen
grüne Früchte entstehen, die mit zunehmender Reife schwarz werden. Die
Lorbeerkirsche ist mäßig winterhart, bei Temperaturen unter -20° C kann
der Strauch allerdings weit zurückfrieren. Zu Beginn der
Vegetationsperiode treibt er aber meist bereitwillig wieder aus.
Verwendet werden verschiedene Sorten der Lorbeerkirsche als
Heckenpflanze oder als Zierstrauch im mittleren oder großen Garten sowie
in Parkanlagen. Durch einen entsprechenden Rückschnitt der
Heckenpflanze sind schöne, mittelhohe Hecken zu erzielen, die auch von
Vögeln gerne als Nistplätze angenommen werden. Als Zierstrauch ist
Prunus laurocerasus neben seinem Blattwerk besonders durch seine
traubenartigen Blüten im Frühjahr und seine dekorativen herbstlichen
Früchte wertvoll.