Die Vermehrung des Kirschlorbeers

Kirschlorbeer Blüte Prunus laurocerasus Herbergii Aufrechte Lorbeerkirsche
Blüte von »Prunus laurocerasus Herbergii«, die Aufrechte Lorbeerkirsche

Der Kirschlorbeer vermehrt sich in unseren Gärten gerne durch Selbstaussaat: wird nicht regelmäßig gemäht, dann wuchert er immer weiter und kann sogar andere Pflanzen verdrängen.

Im Gegensatz dazu erfolgt die Vermehrung meist durch Stecklinge, die im Spätsommer aus gut ausgereiften Trieben, deren Spitzen nicht mehr weich sein dürfen, gewonnen werden können. Von August bis in den Oktober können Stecklinge von etwa 15 cm Länge geschnitten werden, deren größte Blätter eingekürzt werden sollten, um die Wasserverdunstung zu verringern.

Diese Stecklinge werden möglichst flach, damit Sauerstoff an die Schnittstelle gelangen kann, in einen Topf mit Torf-Sand-Gemisch oder in spezielle TKS-Substrate zur Stecklingsvermehrung gesteckt. Dieser Topf ist bis zum Bewurzeln bei Temperaturen über 20° C stets feucht und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt zu halten, zum Beispiel in einem eigenen Vermehrungskasten. Nach erfolgter Bewurzelung, also nach etwa vier Wochen, werden die Stecklinge in Töpfe vereinzelt und können im Frühjahr ausgepflanzt werden.

Eine Alternative dazu ist die Vermehrung durch Anhäufeln. Hierzu werden im Frühjahr die neuen Triebe, die aus dem Wurzelstock der Mutterpflanze herauswachsen, mehrmals mit lockerer und fein gekrümelter Erde angehäufelt, wodurch der untere Teil dieser Triebe etwa 20 cm hoch mit Erde bedeckt ist.

Bis zum Herbst haben diese neuen Triebe in der angehäufelten Erde eigene Wurzeln gebildet und können mit einem Messer so tief wie möglich von der Mutterpflanze getrennt werden. Bis zum nächsten Frühjahr werden sie an einer geschützten Stelle eingeschlagen und zu Beginn der Vegetationsperiode wie normaler Kirschlorbeer ausgepflanzt. Auf diese Weise erhält man schnell sehr robuste und große Jungpflanzen.